GEKO BLOG
“Ich habe genug von Keynotes“.
Diese Worte murmelt mein Sitznachbar, der mit geneigtem Kopf durch seine Social-Media Kanäle scrollt, während der Eventvortrag emotional aufgeladen von der erfolgreichen Überwindung persönlicher Rückschläge und Karrieretiefs berichtet. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Opinion Leadern, die sich als verdeckte Werbeveranstaltung zur Selbstdarstellung der einzelnen Akteure entpuppt und jetzt auch meine Nerven strapaziert, wende ich mich wieder zu meinem Nachbarn – aber er ist weg – offensichtlich gegangen ohne, dass ich es gemerkt habe ...
Beim Eventausklang, mit angekündigter Möglichkeit zum Networking mit Führungspersönlichkeiten und Speakern, stehen jene in Gruppen zusammen, die sich eh kennen und elaborieren über ihr Daily Business. Ich geselle mich zu einer Person, die wie ich unschlüssig im Raum steht, und frage, wie ihr die Veranstaltung gefallen hat. „Großartig“, meint sie, „Obwohl die emotional doch sehr tief gehende Keynote immer noch aufs Gemüt drückt und die ursprüngliche positive Stimmung trübt“. „Und was ist ihr Key-Take-Away“, will ich wissen. Sie wird sich eines der angepriesenen Bücher kaufen, „Und man muss halt wirklich härter an sich arbeiten und stärker an sich glauben lernen, dann kann man scheinbar fast alles schaffen“, sagt die Person. Ich unterdrücke den Impuls zur Coachingfrage, was denn dazu der erste kleine Schritt und ein realistisches Ziel wäre, entschuldige mich mit dem Vorwand telefonieren zu müssen, und verlasse die Veranstaltung ohne am Buffet von den versprochenen regionalen Spezialitäten zu probieren. Diese stellen sich bei näherer Betrachtung als klassische zuckerhaltige Drinks und fettreiche Canape’s heraus, obwohl der Event Headliner eindeutig im Bereich der Gesundheitsförderung verortet ist …
Am Weg zur U-Bahn verspüre ich den Drang zum Innehalten, setze mich auf eine Bank und komme ins Grübeln –> Ob bei meinen eigenen Veranstaltungen immer alles richtig läuft?
- Ohne Key-Notes, Expert-Talks, Kamingespräche o. ä., die am Kern der Sache vorbeigehen, und einem in Unklarheit zurück lassen ...
- Sondern mit klar verständlicher Botschaft, die eng mit den Eventthemen verzahnt ist.
- Ohne Präsentation von semi-wissenschaftlichen Studien oder Statistiken, die dem gewünschten Ergebnis schmeicheln ...
- Sondern die individuellen Realitäten der Teilnehmenden respektieren und einen persönlichen Mehrwert bieten.
- Ohne wertvolle Zeit im wahrsten Sinne des Wortes abzusitzen ...
- Sondern mit Unterstützung der Akteure aktiv zu werden und Impulse gleich selbst im geschützten Rahmen auszuprobieren und in den Alltag zu transferieren.
- Ohne fremde Ideen und Ratschläge, die bestenfalls in guten Vorsätzen enden und schon am Buffet Geschichte sind ...
- Sondern gegenseitig voneinander zu lernen, wie man vom reinen Wissen ins wirkliche Können und in die tatsächliche Umsetzung gelangt.
Was brauchts wirklich alles, damit „Könnenstransfer“ tatsächlich funktioniert?
– Comments welcome! –











